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03.02.2012 Daniel Brockmann (ambiton) über cabeljau - CD Review "Liebe langsam":

In der Bachstadt Leipzig hat sich, selbst von einigen Eingeborenen unbemerkt, wohl ein Popkomitee der Extraklasse reformiert. Kopf der illustren Truppe ist der Musikwissenschaftler und selbsternannte Popprophet Stephan "Barny" Röder, der sich als Allrounder, Komponist, Texter, Sänger und Instrumentalist wohl überall zu Hause fühlt. Unterstützt wird er durch den Percussionisten und Schlagzeuger Jadie, Till am Piano und Chris am Bass. Damit die Message auch ankommt, stehen Constanze und Daniel für den abwechslungsreichen Gesang bereit. Cabeljau gibt es bereits seit 1998. Die erste Platte "Bummtown" erschien. Einige Airplays und durchweg positive Regungen der Presse folgten auf dem Fuße. Nun soll die nächste Epoche in der Bandhistorie  eingeläutet werden. Die am 07.03.2012 erscheinende Platte "Liebe langsam" ist eine poppig bunte Bilderwelt und pure Emotion im lyrischen Ballkleid. Die Elemente aus Jazz und Funk sowie teils klassische Kompositionsmuster verleihen den Stücken eine gewisse Tiefe und lassen Rückschlüsse auf "musikalische Vorbildung" zu. Kein einziger Song wirkt übertrieben oder übereilt. Das Gesamtkonzept steht im Vordergrund. Die Ballade "Zwei Pferdediebe" ist der einzige Song der etwas aus der Art schlägt. Schmalzig, aber irgendwie schön. Ein Song der auf unkomplizierte Weise berührt und zu Freundschaft einlädt. Bei dem Rest der Platte geht es etwas flotter zu und gut überlegte Grooves wirken wie der rote Faden auf dem diese Perlen aufgereiht werden.  Jeder verloren geglaubte Wanderer findet hier den Weg nach Hause. Wer sich gern auf Neues einlässt, altes mag und anspruchsvolles deutsches Textwerk sucht, für den ist diese Platte ein Muss! Die Jungs und Mädels machen sich leider etwas rar. Man kann auf eine Tour zum Album, und die etwas fleißigere Beteiligung an Social Networks und Communities hoffen. In Zeiten von alternativen Vertriebswegen und Selbstvermarktung im Internet könnte sich hier potentiell eine riesige Anhängerschaft akquirieren lassen. Denn wie sagt Barny doch so schön: "… der Kabeljau ist ein Fisch und vom Aussterben bedroht, so wie gute Musik. Und er fühlt sich in allen Strömungen zu Hause, genau wie wir."